Ich hatte das große Glück, bei der Küchenschlacht vom 6. – 9. Dezember 2010 mit Kolja Kleeberg teilnehmen zu dürfen.

Wie alles anfing
Ich ins Fernsehen? Niemals! Dachte ich immer. Doch es kam anders. Ich habe mich erweichen lassen und eine Bewerbung losgeschickt ohne wirklich damit zu rechnen, genommen zu werden.

Die Bewerbung
Die Bewerbung ist relativ einfach. Man füllt einfach diesen Fragebogen aus und schickt diesen zusammen mit einem Foto und Rezeptvorschlägen an das Team der Küchenschlacht.
Für jeden Tag und jedes Gericht müssen jeweils 2 Vorschläge gemacht werden. Hier fängt die Schwierigkeit an. Kochbücher wurden gewälzt und auch das Internet stark frequentiert um geeignete Rezepte zu finden. Viele meiner Lieblingsrezepte fielen leider raus, weil sie entweder zu lange oder auch zu kurz waren; schließlich wollte ich auch nicht nach 20 Minuten fix und fertig an meinem Platz stehen und Löcher in die Luft starren :) Da ich überwiegend vegetarisch esse hatte ich jeweils ein vegetarisches und ein fleischiges Essen vorgeschlagen.

Anruf des Küchenschlacht-Teams
Ca 3 Wochen nach Einsendung bekam ich einen Anruf des Küchenschlacht-Teams, in dem mir mitgeteilt wurde, dass ich voraussichtlich zu einer Aufzeichnung eingeladen werde. Es wurden zuerst einmal nur abgeglichen, welche Aufzeichnungsterminen passen könnten.

Die Zeit fliegt
Puh, bis zum ersten Termin sind es nur ca 8 Wochen. Nun werden alle 10 Gerichte (inkl. Dessert) nochmal nach gekocht, abgeändert und überprüft, ob sie wirklich in der vorgegebenen Zeit machbar sind… ich hatte ja so wenig mit meiner Teilnahme gerechnet, dass ich einige Gerichte noch nicht in der angegebenen Zusammenstellung oder sogar noch gar nicht gekocht hatte.

Die Einladung
Nun bin ich wirklich bei dem ersten Termin dabei :) Mein Wunschkoch – Nelson Müller – ist es leider nicht geworden, aber Kolja Kleeberg ist mir mindestens ebenso recht. Mir wird auch direkt mitgeteilt, welche Vorschläge nun tatsächlich genommen werden – die vegetarischen waren vermutlich nicht ganz so interessant wie die fleischigen. Da beide Rezepte für das zweite Hauptgericht nicht so optimal sind und mir eines der Desserts nicht mehr so gefällt heißt es auch hier wieder Rezepte lesen, kochen, probieren, zusammenstellen und dem Küchenschlacht-Team vorschlagen. Leider werden nur 4 Tage aufgezeichnet, weil am 5. Tage eine Sportveranstaltung ist. So kann ich keine Vorspeise präsentieren.

Die Küchenschlacht rückt näher
Nachdem die Rezepte nun feststehen wird weiter gekocht, probiert und optimiert. Zusätzlich werden auf Bitten des Küchenschlacht-Teams auch einige Rezepte umgestellt, weil sonst z.B. ähnliche Gerichte in der selben Sendung präsentiert worden wären.

Die Anfahrt
Das Team der Küchenschlacht hat hier super gearbeitet und organisiert – mir wurden Anfahrt und Übernachtung gebucht und bezahlt und eine Begleitperson durfte ich auch noch mitnehmen. So flogen wir von Düsseldorf nach Hamburg. Dort wartete schon unser Fahrer mit einem lustigen Küchenschlacht-Schild auf uns, um uns ins Hotel zu bringen.

Es wird ernst
Am nächsten Morgen wurden wir wieder von einem freundlichen Fahrer abgeholt und ins Fernsehstudio gebracht. Ich war inzwischen so nervös, dass mir schon richtig schlecht vor Aufregung war. Dort angekommen ging dann alles Schlag auf Schlag – nachdem wir die Mitköche kurz kennengelernt hatten, ging es erst einmal in die Maske – ein herzliches Danke auch nochmal an dieser Stelle an die – wie ich finde – hervorragenden Mädels, die sich jedes Mal sehr viel Mühe gegeben. Danach ging es ins Studio, wir wurden verkabelt und konnten uns unsere Plätze anschauen, sowie die bereitgestellten Zutaten kontrollieren. Meine Nervosität hatte einen neuen Höhepunkt ;) Ok, alles da – auch der alte Balsamico – es konnte losgehen

Die erste Show – Leibgericht
Nun gibt es kein zurück – die Musik geht los, wir stehen mit Kolja vorne und fangen kurz darauf an zu kochen. Zuerst das Gemüse schnibbeln – neben mir schreit Horst schon auf – er hat sich geschnitten. Im selben Moment schneide ich mich auch, glücklicherweise nur in den Nagel. Es geht weiter – die Antipasti sind bereits im Ofen, da kommt Kolja vorbei. Ich versuche natürlich, so gut es geht, weiterzumachen und messe den Balsamico ab. Vor lauter Aufregung achte ich auch nicht darauf, das dieser nicht so dickflüssig wie sonst ist. Kolja geht weiter – ich probiere meine Mischung – und huste. Ich hatte keinen alten – süßlichen sondern jungen sehr sauren Balsamico. Natürlich war mir in dem Moment auch klar, dass Kolja recht hatte – damit konnte die Soße nichts werden und auch das ganze Gericht flog schon vor meinem inneren Auge raus. Ich versuche zu retten,was zu retten ist – glücklicherweise hatte ich Honig da – an die ebenfalls vorhandene Speisestärke zum Abbinden der Soße hatte ich natürlich nicht mehr gedacht.
Nun heißt es Abschmecken, Abschmecken und nochmal Abschmecken, bis die Soße die Süße hat, die sie haben soll. Kolja ist auch zur Stelle um mir das Abbinden der Soße mit Butter zu zeigen. Nur noch ein wenige Minuten – nun heisst es anrichten und nach vorne bringen. Martin Baudrexel kommt im Nikolaus-Kostüm und probiert sich durch die Gerichte. Ich kann es kaum glauben, dass mein Gericht als erstes weiter kommt.

Die zweite Show – Hauptspeise
Große Aufregung vorher – der bestellte Whiskey sowie die Lebkuchen ohne Überzug sind nicht da. Netterweise fährt noch jemand los, um mir diese zu besorgen. Den Anfang sind wir schon gewöhnt – Kolja moderiert uns an und dann heißt es: Auf die Plätze, fertig, los – die 35 Minuten laufen. Nach kurzer Zeit kommen auch meine Lebkuchen, die leider Printen sind :( Trotzdem wähle ich diese, da die Lebkuchen mit Überzug zu süß gewesen wären, bedenke aber nicht, dass diese aufgrund ihrer anderen Konsistenz stärker andicken als Lebkuchen. Ich werde immer nervöser – nicht zuletzt aufgrund Koljas Fragen, ob meine Ente denn wirklich was wird und habe Probleme mit dem Herd, bekomme das Gericht aber hin. Die Freude steht mir ins Gesicht geschrieben – ich bin wieder eine Runde weiter.

Die dritte Show – Hauptspeise und Dessert
Ich bin immer noch nervös – wenigstens habe ich im Vorfeld darauf bestanden, alten Balsamico zu bekommen. Leider vergesse ich vor lauter Nervosität, diesen auch einzusetzen. Kolja rettet mir netterweise meine Koteletts – ich habe immer mit schmaleren Exemplaren geübt und hatte in der Nervosität noch nicht einmal daran gedacht, diese im Ofen nachzugaren. Bei der Bewertung durch Andreas C Studer steigt meine Freude ins Unermessliche – er will doch tatsächlich ein Rezept von mir :)

Die vierte Show – Das Überraschungsmenü
Hier endet meine Erfolgsstory – die Ausgangssituation war schon mehr als schwierig – wer wie ich hauptsächlich Vegetarisch kocht und Semmelknödel, Steak und Waffeln nicht auf der Speisekarte hat (ich koch einfach andere Dinge lieber) hat natürlich schon mal von vornherein schlechte Karten. Dann verbrauche ich noch viel Zeit mit den Knödeln, die mir an allen Ecken später fehlt. Die Nervosität ist extrem hoch, gepaart mit dem Stressfaktor kann ich nicht mehr klar denken, geschweige denn habe Zeit, das Rezept zu lesen und muss aus dem Kopf kochen. Das Urteil von Stefan Marquard ist fair und eindeutig – ich scheide als erstes aus. Meinen Glückwunsch an Holger zum zweiten Platz und Konny zum Gewinn.

Der Backstage-Bereich
Wir werden ausreichend versorgt – Süßigkeiten, Getränke und Knabbereien gibt es im Überfluss. Auch ein Mittagessen wird serviert.

Die Abende
Da vom Küchenschlacht-Team aus nichts für uns geplant wurde, haben wir selber Programm gemacht und waren im Fischereihafenrestaurant ,in der Bullerei von Tim Mälzer und haben Reeperbahn und Landungsbrücken angesehen.

Die Rückfahrt
Auch hier hat das Team der Küchenschlacht alles super organisiert – nach der letzten Show werden wir gefragt, wann wir zurückfliegen möchten. Pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt steht ein Fahrer vor unserem Hotel, welcher uns zum Hamburger Flughafen bringt, von wo aus unser Flieger uns in 40 Minuten nach Düsseldorf bringt.

Fazit
Es war eine sehr schöne, aber auch extrem stressige Zeit. Wenn man am Fernseher zuschaut, ist einem nicht klar, wieviel Druck auf einem lastet, wenn Kameras auf einen gerichtet sind und man in 35 Minuten ein Gericht auf den Teller bringen will und natürlich auch durch den Moderator öfters unterbrochen wird. Ich würde aber jederzeit wieder hingehen, nur vielleicht das nächste Mal mich besser bezüglich meiner Schwächen vorbereiten.